Sie sind hier: Schule / das Schulkonzept / 

Schulkonzept

Konzeption der AHFGrundschule

– staatlich anerkannte Ersatzschule in Leipzig -


Dieses Konzept befindet sich in der Überarbeitung. Vorliegend ist die letzte Arbeitsfassung vom Oktober 2014


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. August-Hermann-Francke Grundschule in Leipzig

2. AHFGrundschule – christlich, nachhaltig, lebendig

2.1. Christliche Werte umsetzen

2.2. Nachhaltige Werte erkennen

2.3. Lebendigkeit erleben und leben

3. Unser Miteinander

3.1. Die Eltern

3.2. Das Team

3.3. Der Hort der AHFGrundschule

4. Biblische Grundlagen

4.1. Der biblische Auftrag

4.2. Das biblische Menschenbild

4.3. Biblische Ziele und Werte für den Menschen

5. Sonstiges

5.1. Die unabhängige Position der AHFGrundschule

5.2. Schulorganisatorische Rahmenbedingungen

Schlussbemerkung

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Vorwort


Das Recht freie christliche Bekenntnisschulen wie die August-Hermann-Francke Schule in Leipzig zu gründen, die von christlichen Eltern getragen, geprägt und verantwortet werden, ist ein fest verankertes Grundrecht1. In diesen Schulen nehmen Eltern, die ein gemeinsames Bekenntnis teilen, ihren Auftrag und ihre Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder bewusst wahr. Die Gründer des AHFSchulvereins e.V. beabsichtigen die Förderung von christlicher Erziehung und Bildung, indem sie in Leipzig die August-Hermann-Francke Schule gründen. Das Gesamtprojekt begann mit der AHFGrundschule – staatlich genehmigte Ersatzschule zum Schuljahr 2008/09. Die AHFGrundschule ist ab dem Schuljahr 2011/12 staatlich anerkannt.


Die AHFGrundschule in Leipzig stützt sich auf die Grundlage der Bibel im Sinne des gemeinsamen Glaubensbekenntnisses der Deutschen Evangelischen Allianz und des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Hierbei ist es der ausdrückliche Wunsch des Trägervereins, keine einseitige Anbindung an eine bestimmte kirchliche Gemeinde oder Gruppierung zu haben. Vielmehr kommen die meisten Eltern und Kinder aus einem sehr breit gefächerten christlichen Hintergrund. Alle Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AHFGrundschule gehören verbindlich einer christlichen Gemeinde oder Kirche an, haben eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus und teilen das gemeinsame christliche Bekenntnis des AHFSchulverein e.V., welches in der Satzung niedergelegt ist.


Die AHFGrundschule steht allen Eltern und Kindern offen, unabhängig von ihrer Nationalität und Weltanschauung, die ihr Einverständnis mit dem Inhalt dieses Bildungs- und Erziehungskonzeptes erklären und es mittragen.


1. August-Hermann-Francke Grundschule in Leipzig


Eine wachsende Zahl von Eltern verliert das Vertrauen in „Schule“. Die Werteerosion in unserer Gesellschaft trägt dazu bei, dass sich mehr und mehr Eltern ernsthaft Gedanken um die Entwicklung und Prägung ihrer Kinder machen. Grundlegende Normen und Werte die originär christlichen Ursprungs sind, werden mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt. Damit Eltern heute eine Schule finden, die ihnen helfen kann, ihrer Erziehungsverantwortung vor Gott gerecht zu werden, will der AHFSchulverein e.V. mit diesen Eltern, im Rahmen der gesetzlichen und finanziellen Möglichkeiten, geeignete Schulen gründen und betreiben.


Die geschichtlichen Wurzeln der heutigen christlichen Schulen liegen in der Zeit der Reformation. Martin Luther war überzeugt, dass Eltern die Verantwortung für eine christliche Schulbildung ihrer Kinder tragen sollten. So warnte er davor, Kinder in eine Schule zu schicken, in der die Bibel nicht gelehrt wird. Luthers Verdienst war es den Kindern das Evangelium2 zu vermitteln und lieb zu machen.

August Hermann Francke, beeinflusst von der Pädagogik J. A. Comenius, erkannte die Wichtigkeit einer ganzheitlichen, christlichen Bildung. In seinen Schulen lernten Kinder nicht nur Kopfwissen über die Bibel, sondern erhielten eine Bildung, die sie aufs ganze Leben vorbereitete. Sein Motto war: ,,Alles zur Ehre Gottes und zum Wohle des Menschen''. Die Pädagogik Franckes war durch folgende Ziele geprägt:

  • Biblisch-christlichen Erziehung sollte Kinder befähigen eine grundsätzlichen Orientierung an und auf Gott hin zu finden.

  • Alles Lehren und Lernen soll sich grundsätzlich an dem Maßstab des unfehlbaren Wortes Gottes, der Bibel auszurichten.

  • Der Mensch soll seine Begabung, die ihm von Gott geschenkt sind erkennen und entwickeln; er soll befähigt werden, diese zum bestmöglichen Dienst am Mitmenschen einzusetzen.


Francke war in seinen Methoden und der Organisation des Unterrichts seiner Zeit voraus. Seine Ideen zur Schule finden sich zum Teil auch in den heute bekannten Richtlinien wieder:


  • Die Schüler sollen entsprechend ihren Begabungen und Leistungen zwischen verschiedenen Kursen mit unterschiedlichen Inhalten und Ansprüchen wählen können.

  • Ausgehend von ihrem Tätigkeitsdrang fordert Francke, dass Kinder stets etwas Nützliches tun, spielend lernen, zu Kreativität angehalten werden und einen gesunden Wechsel von Arbeit und Erholung erleben sollen.

  • Schulausbildung und die spätere berufliche Tätigkeit der Schüler sollen zueinander in Beziehung gesetzt werden.

  • Von großer Wichtigkeit war für Francke die Anschaulichkeit des Unterrichts. Zu diesem Zweck errichtete er eine Naturalienkammer, ein astronomisches Observatorium, eine mechanische Werkstatt, einen Botanischen Garten und organisierte regelmäßige Besuche der Schüler bei Handwerkern der Stadt Halle. So konnten sich die Schüler bereits während ihrer Schulzeit konkrete Vorstellungen über ihr zukünftiges Berufsleben machen.

  • Der Vorbildfunktion des gläubigen Erziehers, dessen Leben und Denken und Handeln auf Gott ausgerichtet sein müssen, kommt eine große Bedeutung zu. Zwischen Lehrer und Schüler muss ein gutes Vertrauensverhältnis bestehen, damit die Kinder bereit sind, pädagogische Maßnahmen des Lehrers einzusehen und zu akzeptieren

Die Ziele und Ansätze Franckes haben bis heute ihre Aktualität behalten. Seine wunderbaren Grundlagen sind heute noch Gestaltungsmerkmale vieler christlicher Schulen, die sich seinem Namen und seiner Idee von Schule verpflichtet sehen.


2. AHFGrundschule – christlich, nachhaltig, lebendig


Für eine christliche Bekenntnisschule ist die Integration und die Durchdringung des gesamten schulischen Alltags mit den Inhalten des christlichen Glaubens eine zentrale gesetzliche Vorgabe.

Die Vermittlung dieser Glaubensgrundlagen erfolgt in der alltäglichen pädagogischen Arbeit, die sich einer christlichen Wertegrundlage verpflichtet weiß, verbunden mit dem persönlichen Beispiel des Lehrers. Trägerschaft, Lehrerkollegium und Erzieher der Schule verstehen sich als bewusste Christen, die in einer persönlichen Glaubensbeziehung zu Jesus Christus stehen. Die biblische Botschaft gibt ihnen Leitlinien für ihren Lebens- und Arbeitsstil.


Dieses christliche Fundament wird in der Gestaltung des Schullebens und des Unterrichts an folgenden Punkten konkret:


2.1. Christliche Werte umsetzen


Christliche Werte können nicht losgelöst von Beziehung mit Gott verstanden werden. Sie sind uns von Gott geschenkt um ein menschliches Zusammenleben zu ermöglichen. Sie prägen unser Denken und Handeln und bestimmen die Art und Weise unseres Umgangs miteinander. Unsere Christlichen Werte und die Würde eines jeden Menschen, zuvorderst die Würde der uns anvertrauten Kinder bedürfen eines besonderen Schutzes. Transparenz und Authentizität im Umgang mit Fehlverhalten sowie beständige Motivation, Korrektur und Hilfe anzunehmen, führen zur langfristigen Charakterfestigung. Dafür will sich das gesamte Team der AHFGrundschule einsetzen.


  • Die Lehrerinnen und Lehrer haben sich bewusst für ein Engagement an dieser Schule entschieden und sehen ihre Aufgaben in der Wissensvermittlung und Erziehung, aber auch in der christlich motivierten Fürsorge für die Schülerinnen und Schüler. Sie wollen als Christen ein nachahmenswertes Beispiel für die Heranwachsenden sein und mit Offenheit und Gesprächsbereitschaft für sie da sein. Der Umgang miteinander soll in einer liebevollen Art und Weise geschehen, der geprägt wird von Vergebungsbereitschaft, Ehrlichkeit, Achtung und Respekt.

  • Jede Konferenz des Kollegiums soll den christlichen Charakter unserer Schule erkennen lassen. Das kann durch christliche Elemente wie Gebete, Lieder, Andachten oder ähnliches deutlich werden und sie werden mit Gebet abgeschlossen. Dadurch stellt sich die Lehrerschaft gemeinsam unter die Verantwortung vor Gott und die Perspektiven seiner Verheißungen für ihre Arbeit.

Gleiches gilt für die Elternabende und Elternversammlungen. Die Elternvertreter sind angehalten ihre Gaben und Fähigkeiten in der Ausgestaltung unserer christlichen Profils einzubringen.


  • Einen wichtigen Aspekt christlicher Erziehung sehen wir in der Wertschätzung der Familie und darin, dass die Eltern die Hauptverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder tragen. Daher ist unsere Grundschule keine verpflichtende Ganztagsschule, um die Kinder möglichst nicht den ganzen Tag dem familiären Umfeld zu entziehen. Ehe und Familie sind von Gott gegeben Einrichtungen, die von prinzipieller Bedeutung sind. Wir sehen in den Kindern eine besondere Gabe Gottes, für die Eltern und Pädagogen vor Gott verantwortlich sind.

  • Insgesamt legen wir großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern. Diese Zusammenarbeit geschieht im Normalfall durch das Angebot regelmäßiger Lehrersprechzeiten und Elternsprechtage. Auf Wunsch oder bei Bedarf kann sich das auch in Hausbesuchen des Klassenlehrers bzw. der Klassenlehrerin und/ oder der Schulleitung ausdrücken.


  • Die christliche Ausrichtung bestimmt auch die Auswahl der Unterrichtsinhalte im Rahmen der Richtlinien. Dabei wird die Absicht verfolgt, christliche Werte zu vermitteln, die Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken, sie zur bewussten Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strömungen und zur Dialogfähigkeit hinsichtlich verschiedener Lebens- und Weltanschauungen zu erziehen.

  • An der AHFGrundschule wird nur Evangelischer Religionsunterricht angeboten. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist für die Schülerinnen und Schüler, die an unserer Schule angemeldet werden, verbindlich.

  • Der Unterrichtstag beginnt in der Regel mit einer Andachtszeit in den Klassen. Darin sollen die Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, sich selbst als wunderbare Geschöpfe Gottes anzunehmen, Antworten auf ihre Fragen zu suchen und zu finden, sich der Liebe Gottes anzuvertrauen und ihr Verhalten nach christlichen Maßstäben auszurichten.

  • Zum Schuljahresbeginn, vor den Festen des Kirchenjahres wie Weihnachten, Ostern und Erntedank werden für die gesamte Schülerschaft Schulgottesdienste veranstaltet, die von Schülerinnen und Schülern mit vorbereitet und durchgeführt werden. Darin werden zentrale Aspekte des christlichen Glaubens aufgenommen und in Beziehung zur Situation der Schülerinnen und Schüler gesetzt.


2.2.Nachhaltige Werte erkennen


Nachhaltig ist ein zukunftsweisender Begriff. Viele gebrauchen ihn und doch füllt ihn jeder anders. Die Fragen die hier entstehen sind: Was bleibt? Was ist von Dauer? Was hat wirklich Sinn? Nur weniges ist so nachhaltig wie die christliche Botschaft, das Gott die Menschen liebt. Das galt und gilt seit je her und wird immer so bleiben. Nachhaltige Werte sind nicht ausschließlich christliche Werte. Jedoch bewusst aus einer christlichen Perspektive heraus, will die AHFGrundschule versuchen Grundordnungen und nachhaltige Werte zu suchen und umzusetzen, die als göttliche Prinzipien in die Welt gegeben sind. Sie sollen zum Wohl des Menschen sein und ihm helfen.

Die Grundlage der Nachhaltigkeit beruht auf dem Wert der Sache. Jede Sache hat seinen Wert. Im Bewusstsein, dass Gott uns unsere Welt mit allem was wir in ihr finden zur Verfügung gestellt hat, gehen wir verantwortlich damit um. Ihre Ressourcen, Rohstoffe und Schätze wollen wir schonend nutzen. Der Schöpfungsauftrag uns die Erde „untertan“3 zu machen darf nicht zur willkürlichen Ausbeutung unserer Erde führen. Andererseits dürfen und sollen wir über die Erde „herrschen“ und wollen das in Verantwortung vor Gott und unseren Mitmenschen tun.


Das Ringen um bleibende, sinnhafte und alles überdauernde Werte und Prinzipien wird ein lebenslanger Prozess bleiben. Die Pädagogen der AHFGrundschule stellen sich dieser Herausforderung immer aufs Neue. Ein besonderer Augenmerk, im Wissen, diese Aufgabe keinesfalls umfassend zu bearbeiten, liegt auf folgenden Punkten.


  • Die Halbwertszeit unseres Wissen verkürzt sich immer schneller. Die Menge an Wissen in der Welt ist kaum noch zu handhaben. Die Kinder müssen Schlüsselqualifikationen, die das reine Wissen überdauern erlernen. Insbesondere zählt dazu die Medienkompetenz. Unsere Schüler erwerben Kompetenz, um mit den modernen Medien verantwortungsvoll umzugehen und sie effektiv einzusetzen. Sie lernen, wie sie sich in der Medienwelt zurechtfinden können, indem sie die Angebotsvielfalt kennen und die angebotenen Informationen und Handlungsmuster kritisch einordnen. Durch die Vermittlung christlicher Grundwerte und Erziehung zu Toleranz und Verständnis werden die Schüler zu gewaltfreier Kommunikation und Konfliktfähigkeit befähigt.

  • Weitere grundlegende Kompetenzen, die in vielen verschiedenen Situationen gelernt werden können sind: Teamfähigkeit, Selbstorganisation, Konfliktfähigkeit, Stessbegrenzung und -abbau, Selektion und Bewertung von Informationen. Um eine nachhaltige Lebensethik aufbauen zu können, müssen auch zwischenmenschliche Werte erlernt werden. Dazu gehören unter andern: Dankbarkeit, Vergebungsbereitschaft, Hilfsbereitschaft, Wertschätzung und Achtung.

  • Die Schülerinnen und Schüler der AHFGrundschule tragen eine Schulkleidung. Diese trägt zur Erfüllung identitätsstiftender und gemeinschaftlicher Aspekt bei. Dem steigenden Marken- und Stildruck wird die Grundlage entzogen. Sie stärkt das „Wir“ Gefühl der gesamten schulischen Gemeinschaft. Unser Schulkleidung entspricht höchsten Qualitätsstandards. Sie ist fair produziert, extrem robust und langlebig. Es genügt weniger Teile anzuschaffen und diese dafür öfter zu waschen. Kleidung die ausgetragen ist kann ohne Problem als secondhand weiter verwandt werden.

  • Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, dass jeder Mensch Stärken und Schwächen hat, die jeweils auf anderen Gebieten angesiedelt sind. Jeder Mensch hat unterschiedliche Anlagen und Begabungen. Aus diesem Grund werden nicht Stärken mit Schwächen verglichen, sondern Stärken mit Stärken. Wir wollen die Kinder motivieren, sich bestmöglich, entsprechend ihren Anlagen zu entwickeln. Unser Blick auf das Kind soll dabei ganzheitlich sein. Nicht nur die Leistung sondern auch die Anstrengungsbereitschaft werden gewürdigt.

Jedoch ist Leistung grundsätzlich etwas positives und wünschenswertes. Aus diesem Grund gehören Leistungsüberprüfung, Leistungsbewertung und damit verbundenen die Notengebung zu unserem Unterricht. Die Leistungen von Schülerinnen und Schüler zu fordern und Anstrengung zu fördern trägt zur Vorbereitung auf unsere leistungsorientierte Gesellschaft bei. Oftmals wird Leistung jedoch kalt und herzlos gefordert, ohne nach individuellen, persönlichen Gegebenheiten zu fragen. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden mit solchen Anforderungen richtig umzugehen. Dazu gehört sowohl die Bewertung der eigenen Leistung durch Fremdpersonen, die Fähigkeit, die eigene Leistung und Leistungsfähigkeit einzuschätzen, als auch die eigene Leistung in Bezug zu anderen Leistungen zu setzen. In einer Atmosphäre der gegenseitigen Achtung, Anerkennung und Vertrautheit kann ein wohl dosierter offener Umgang mit der eigenen Leistung anspornend wirken. Überhebliches oder demütigendes Verhalten gegenüber Mitschülerinnen und Mitschüler wegen ihrer Leistung werden in keiner Weise toleriert.



2.3.Lebendigkeit erleben und leben


Ein Markenzeichen der AHFGrundschule soll ein fröhliches, offenes Miteinander sein. Damit es ein wirkliches Miteinander geben kann, müssen Menschen auf eine vertrauensvolle, zuverlässige und verbindliche Weise zueinander in Beziehung treten. Begegnungen solcher Art, brauchen unseren besonderen Schutz und verbindliche Regel. Die Bibel kennt viele Beispiele, in denen menschliches Miteinander geordnet wird. Es gibt z.B. Ordnungen für den Gottesdienst4, die Familie5 oder die Ehe6. Gottes Ordnungen sind nicht einfach um ihrer selbst Willen da, sondern zum Besten des Menschen. Wo Unordnung ist, entsteht Unfrieden; gutes Miteinander kann nicht stattfinden. Deshalb schrieb Paulus, dass Gott nicht ein Gott der Unordnung sei, sondern des Friedens7.

Die zwischenmenschlichen Ordnungen in den angesprochenen Bereichen der Bibel sind immer strukturiert aufgebaut. Es gibt in jeder Beziehung eine erkennbare Unter- und Überordnung. Erkennbare und gelebte Autoritätsstrukturen und Hierarchien sind Grundbausteine einer funktionierenden Ordnung. Weil dies biblisch so klar erkennbar ist, wollen wir unseren Umgang miteinander daran ausrichten. Autoritätsstrukturen sind nach unserem Verständnis nicht falsch oder schlimm, sie helfen uns und geben unserer menschlichen Gemeinschaft Sicherheit.


Es gehört zum Grundvertrauen des Glaubens, dass Gott seine Macht nie missbraucht. Beim Menschen kann es vorkommen. Neben aller guten erzieherischen Führung gab es das immer wieder, und es wird nie ganz zu vermeiden sein. Doch Gleichmacherei zwischen Erwachsenen und Kindern, so dass die einen nicht mehr zu sagen haben als die anderen, raubt beiden ihren Rückhalt. Menschen, Eltern, Pädagogen und Kinder brauchen die Sicherheit ihrer sozialen Position. Ein Kind kann nur dann unbesorgt spielen, wenn es keine Verantwortung tragen und nicht führen muss. Eltern und Pädagogen können nur dann gut erziehen und lehren, wenn sie führen dürfen und sollen.

Als haltgebende Grundlage dafür benötigen wir Vertrauen. Die Erwachsenen zu Gott und den staatlichen Instanzen, die Kinder zu ihren Eltern und Lehrern, die Eltern zu den Lehrerinnen ihrer Kinder. Vertrauen zwischen Menschen auf einer familiären, freundschaftlichen oder kollegialen Ebene kann sich so „vertikal“ im Fundament des Lebens verankern, menschlich in der Beziehung unreifer Menschen zu reifen und göttlich in der Beziehung aller Menschen zu Jesus Christus.

  • Zum Schulz unser offen und fröhlichen Gemeinschaft achten wir auf einen höflichen und in jeder Art zuvorkommenden Umgang miteinander. Wir erwarten, dass Schüler sich untereinander, andere Eltern und Pädagogen freundlich und zugewandt grüßen. Die Eltern sollen andererseits selbst mit gutem Beispiel vorangehen und einander freundlich begegnen.

  • Zu einem lebendigen Alltag gehört eine gestaltete Ausgewogenheit. Der Wechsel zwischen Konzentrations- und Entspannungsphasen kommt in adäquater Weise zum tragen. Die Unterrichtsphasen und ausreichend Pausenzeiten wechseln sich ab. Die große Pausen sind immer auch Hofpausen und verschaffen den Kindern Freiraum und Bewegung.

  • Lebendigkeit spiegelt sich auch in der Gliederung des gesamten Tages wieder. Die Kinder bekommen die Möglichkeit in verschiedenen Lebenswelten unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden und ihren unterschiedlichen Interessen nach zu gehen. Schule auf der einen Seite mit einem starken Fokus auf dem Lernen und der Konzentration aber auch dem Aspekt der Gemeinschaft und der Teamarbeit, die Hortzeit auf der anderen Seite lebt von vielen spielerischen Elementen und der individuellen Beschäftigung in Abhängigkeit von der persönlichen Interessenlage der Kinder. Im häuslichen Umfeld bieten Freizeit und Familie weitere Anreize im Leben der Kinder


  • Sowohl zu Beginn jeden Schuljahres findet ein „Startschuss“ Gottesdienst statt. Hier werden die Erstklässler von den Großen begrüßt und wir bitten gemeinsam um den Segen für das Schuljahr. Zum Abschluss jeden Schuljahres werden die Schulabgänger in einem Gottesdienst verabschiedet und für ihren weiteren Weg Gottes Führung anbefohlen.

  • Ebenso zählt das Feiern christlicher Feste wie Weihnachten, Ostern und Erntedank zum wichtigen Bestandteil unseres Schullebens. Durch das Feiern dieser Feste verdeutlichen wir den Lebensablauf eines Jahres. Außerdem bieten diese Feste immer aufs Neue die Möglichkeit zum Innenhalten und zur Erinnerung an Gottes großartiges Werk, dass er durch Jesus Christus für uns Menschen getan hat.

  • Einmal im Jahr laden die Schüler und Lehrerinnen der AHFGrundschule zum Schulfest ein. An diesem Tag präsentieren die Schüler, was im Unterricht oder in Projekten erarbeitetet wurde: Plakate werden ausgehängt, bildnerische und gestalterische Kunstwerke werden gezeigt, die Schüler führen Theaterstücke und kleine Sketche auf und zeigen ihr musikalisches Können. Die Gemeinschaft der Schüler soll hier erfahrbar und gefördert werden.

  • Eine Vielzahl von Aktivitäten macht unser Schulleben bunt. Dazu gehören Ausflüge, Konzert- und Museumsbesuche, Projekttage und -wochen, die Ausgestaltung von Gottesdiensten, Theater- und Musicalprojekte oder Besuche in Altenheimen. Wandertage gibt es für die erste und zweite Klasse und einen Schulwandertag für alle. In der dritten Klasse besteht das Angebot einer Klassenfahrt, jedoch mit Einverständnis der Eltern. In der vierten Klasse wird es eine Abschlussfahrt geben.

  • Ein besonderes Erlebnis sind die Bibeltage im Schuljahr. Eine Woche beschäftigen sich die Schüler und Schülerinnen mit Hilfe ihre Eltern, Lehrerinnen und Erzieherinnen mit einem biblischen Thema. Dabei wollen wir mit allen Sinnen eine biblische Person oder Geschichte entdecken.


  • An der AHFGrundschule werden einzelne unterrichtliche Formen, die gerade modern sind, nicht verabsolutiert. Lehrer zentrierter Frontalunterricht hat ebenso seinen Platz wie schülerorientierte Frei- und Projektarbeit. Guter Unterricht, wie das menschliche Leben, lebt von einem ausgewogenen Rhythmus. Seine konzentriert-fordernden Seiten gehören genauso dazu wie die spielerisch-lockeren. Fremd- und selbstbestimmte Phasen des Lernens wechseln sich ab wie aufnehmende und anwendende Phasen.


Wie das Leben selbst wird es an unserer Schule nie langweilig. Es gibt mit neuen Eltern, neuen Kollegen und neuen Kinder immer auch neue spannende Ideen. Wir wollen bewusst diese Ideen aufgreifen und Eltern und Kindern die Freiheit geben mit ihren Begabungen und Erfahrungen zur Lebendigkeit unserer Gemeinschaft beizutragen.


3.Unser Miteinander

3.1.Die Eltern


Eine ganz wichtige Säule unserer Arbeit ist die Einbeziehung der Eltern. Sie tragen die Hauptverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder. Sie geben jedoch ein Stück ihrer Erziehungspflicht an uns als Schule ab. Wir sind uns dieser Verantwortung bewusst und legen aus diesem Grund großen Wert auf eine gemeinsame Linie in Elternhaus und Schule. Dazu bedarf es beiderseitiges Verständnis und Kommunikation. Eltern und Lehrer wollen sich gegenseitig respektieren. Erstere akzeptieren die Lehrerinnen als die pädagogischen Fachleute und letztere die Eltern als die Experten für ihre Kinder.


Die Eltern sind immer in der Schule willkommen! Es besteht immer die Möglichkeit über die individuelle E-Mail oder persönlich einen Gesprächstermin mit jedem Kollegen zu vereinbaren. In regelmäßigen Abständen finden Schulsprechtage statt, bei denen sowohl Klassenlehrer als auch Fachlehrer einbezogen sind. Wir bitten jedoch ausdrücklich darum von Gesprächen zwischen „Tür und Angel“ abzusehen. Sie treffen die Mitarbeiter meist unverhofft, unvorbereitet und mit ziemlicher Sicherheit auch noch zum falschen Zeitpunkt. Mit ein wenig Bedenkzeit lassen sich Konflikte und vorschnelle, unbedachte Äußerungen vermeiden.


Die Eltern sollen die vielfältigen Möglichkeiten der Elternmitarbeit nutzen:

  • im Mitwirken bei Arbeitsgemeinschaften und Schulprojekten

  • im Einbringen von Verbesserungsvorschlägen

  • in der Mitarbeit im Klassenelternrat und Elternrat der Schule und dem Stadtelternrat.

  • bei der Mitwirkung in der Schulkonferenz

  • den verschiedenen Arbeitseinsätzen der Schule

  • in der Begleitung bei Wandertagen, Klassenfahren und sonstigen Besuchen

  • im Elterngebet jeden Montag an der Schule

  • der Organisation von Fahrgemeinschaften und der Vernetzung untereinander


Individuelle Vorschläge und Eigeninitiative der Eltern sind ausdrücklich gewünscht. Wie, wann und ob der Einsatz der Ideen und Elternarbeit stattfindet wird durch die Verantwortlichen der Schule koordiniert.


Im Sinne einer gemeinsamen Linie von Elternhaus und Schule, ist es unser Wunsch, durch Seminare und Workshops ein Weiterbildungsprogramm für Eltern anzubieten, welches sich mit den aktuellen Themen der Erziehung und des Lebens beschäftigt.


3.2.Das Team


Das Kollegium und die Horterzieher an der AHFGrundschule sind vom Staat anerkannte, ausgebildete Pädagogen und Erzieher mit entsprechender Qualifikation. Ausnahmen sind in begründeten Fällen möglich. Alle Mitarbeiter der AHFGrundschule sind bekennende Christen, die sich im Sinne der Zielstellung dieser Schule engagieren. Sie haben eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus als ihrem Herrn, sie wissen um die Vergebung ihrer Schuld und sie halten sich verbindlich zu einer christlichen Kirche oder Gemeinde.


Zur Vorbereitung auf die besonderen Anforderungen an einer christlichen Bekenntnisschule werden die Mitarbeiter zu Beginn ihrer Tätigkeit geschult. Das geschieht in der Regel im Rahmen des Schulungsprogramms unseres Dachverbandes, dem Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS). Um zu gewährleisten, dass die inhaltlichen Schwerpunkte unserer Konzeption im Schulalltag lebendig bleiben und tatsächlich Leben und Lehre durchdringen und prägen, werden sich Lehrerinnen, Erzieher und sonstige Mitarbeiter der Schule unter Mithilfe des Trägervereins regelmäßig mit der inhaltlichen Weiterentwicklung des Konzeptes und der Ausgestaltung des Schullebens beschäftigen.


Überhaupt legen wir großen Wert auf Weiterbildung, auf kollegiale Supervision und das Sammeln von Erfahrungen in anderen Schulen und pädagogischen Einrichtungen. Deshalb werden wir unseren Lehrern Zeit zur Verfügung stellen, neben den internen Fortbildungen das breite Angebot verschiedener Veranstalter zur Weiterentwicklung pädagogischer Fähigkeiten wahrzunehmen. Die folgenden Punkte sollen als Beispiele genannt werden:

  • Zusammenarbeit mit örtlichen und regionalen Fortbildungsträgern

  • Teilnahme an Seminaren und Tagungen (z.B. VEBS, EurECA)

  • Hospitation und Erfahrungsaustausch mit Lehrern und Erziehern Evangelischer

Bekenntnisschulen sowie intensiver Kontakt mit Partnerschulen


Die geistliche und körperliche Stärkung aller Mitarbeiter ein wichtiger Bestandteil unserer Schule. Die Anforderung an unsere Lehrer sind hoch und Fehler werden sich nicht vermeiden lassen.

Alle Mitarbeiter sollen wissen, dass sie in ihrer Aufgabe nicht alleine dastehen sondern vom Trägerverein im Gebet und praktischer Hilfe mitgetragen werden. In diesem Prozess spielen die örtlichen Gemeinden und Kirchen eine wichtige Rolle. Persönliche Seelsorge, die Sorge um das geistliche Wohl und die Stärkung unserer Mitarbeiter finden im Rahmen ihrer Heimatgemeinde statt.


Die Einheit in einem stabilen Lehrerkollegium sowie die innere Stärkung und die geistliche Ausrichtung jedes einzelnen Mitarbeiters entsteht durch Gebet und Gemeinschaft. Deshalb sind uns Zeiten intensiver geistlicher Gemeinschaft sehr wichtig. In regelmäßigen Abständen finden Mitarbeiter Gottesdienste mit Lobpreis, geistlichen Impulsen, Austausch und Gebet statt. Zur Stärkung der Gemeinschaft finden ebenso regelmäßig Gemeinschaftserlebnisse statt.


3.3.Der Hort der AHFGrundschule


Der Hort der AHFGrundschule ist ein fester Teil unserer Schule. Das Hortteam und die Kollegen der Schule verstehen sich als eine Einheit und arbeiten sehr eng und vertrauensvoll miteinander für die Kinder.


Der Hort rundet mit seinem Angebot den Schulalltag der Kinder ab. Am Nachmittag findet, zusätzlich zum schulischen Lernen am Vormittag, eine weitere zentrale Lebenswelt der Kinder ihren Platz. Im freien Spielen und Entdecken der eigenen Fähigkeiten und der Umwelt wird die AHFGrundschule somit Lern- und Lebensstätte.


Der „Hort der AHFGrundschule“ ist eine eigenständige Einrichtung der gemeinsam mit der AHFGrundschule prägende christliche Werte vermittelt. Konkrete Leitgedanken, Ziele und Methoden können in der Hortkonzeption nachgelesen werden. Diese ist als Anlage zum Hortvertrag oder auf Nachfrage bei den Hortmitarbeitern erhältlich.

Die Hortnachmittage werden weitestgehend nach einem offenen Konzept ohne feste Gruppen aber mit verbindlichen Angeboten gestaltet. Eine Fußball AG, eine offen Holzwerkstatt, die Schach AG und kreative Bastelangebote sind fester Bestandteil der Wochenaktivitäten. Jeweils für eine Woche hat ein Kinderteam die Verantwortung für das Vesper, von der Planung über die Essenszubereitung bis zur Ausgabe der Mahlzeit. Dabei legen wir großen Wert auf gesunde und ausgewogene Ernährung. Brot wird vom Mahlen des Korns bis zum Backen selbst gemacht, Aufstriche und Smoothies werden jeweils frisch hergestellt.


Während der Hortzeit findet eine Hausaufgabenbetreuung statt. Die Eltern können selbst entscheiden, ob ihre Kinder daran teilnehmen oder nicht. Einige haben den Wusch, dass die Hausaufgaben zuhause erledigt werden, das soll möglich bleiben. Mittwochs ist hausaufgabenfrei und die Ferien selbstredend ebenso.


Die Ferien sind die eigentlichen Höhepunkte in der Hortarbeit, denn dann haben Kinder und Pädagogen die meiste Zeit miteinander. So gibt es für jede Ferienzeit ein eigenes, tolles Programm mit vielen Ausflügen und Aktionen. Der Hort hat Schließzeiten, die mit Zustimmung der Eltern angepasst werden können. Momentan sind dies drei Wochen in den Sommerferien, sowie eine Woche in den Herbstferien, sowie die Weihnachtsferien.


Im Erdgeschoss des Pavillon der Hoffnung befindet sich mit dem Kulturwerk M14 eine Musik- und Kunstschule. Viele unserer Kinder nutzen dieses tolle Angebot. Sie können eigenverantwortlich während der Hortzeit zum Musikunterricht gehen.


Öffungszeiten in der Schulzeit:
Frühhort ab 7:00 Uhr. Späthort nach Schulschluss bis 17:00 Uhr.


Die Elternbeiträge für den Hort der AHFGrundschule entsprechenden den Beiträgen der Stadt Leipzig.


4.Biblische Grundlagen

4.1.Der biblische Auftrag


Die Bibel enthält einen konkreten Erziehungsauftrag für die Eltern1. Kinder sollen in allen Bereichen des Lebens gemäß der biblischen Wahrheit und Weisung erzogen und gebildet werden2. Kinder sind im Besonderen Gottes geliebte Geschöpfe. Die Eltern sollen die Erziehung und Bildung ihrer Kinder in der Verantwortung vor Gott wahrnehmen. Diese Verantwortung kann ihnen nicht genommen werden.


Die AHFGrundschule als christliche Schule, übernimmt im Auftrag von Eltern einen Teil der Elterlichen Verantwortung. Als Bekenntnisschule ist sie im Auftrag und auf Elternwillen hin gegründet. Eltern wollen in allen Bereichen des Lebens ihrer Kinder Verantwortung übernehmen, so auch für den schulischen Bereich, also der Bildung und Erziehung.


4.2.Das biblische Menschenbild


Gott hat den Menschen nach seinem Bild in einer Einheit aus Geist, Seele und Leib, als Mann und Frau geschaffen. Der Mensch ist zur Gemeinschaft geschaffen mit Gott und mit anderen Menschen. Jeder Mensch hat Gottgegebene Gaben und Fähigkeiten; Kreativität, die Fähigkeit zu denken, die Sprache, das Gewissen, den Sinn für Schönheit, die Emotionen, die Möglichkeit freie Entscheidungen zu treffen und viele andere.

Die Bibel beschreibt am Anfang der Schöpfung einen Menschen der gut war und der im Einklang mit Gott lebte. Durch Ungehorsam entschied er sich gegen Gott und er wurde dauerhaft getrennt von ihm. Seitdem ist kein Mensch mehr gut und frei in seinen Entscheidungen, sondern er wird bestimmt von seiner sündigen Natur.

Die sündige, zerstörerische Natur des Menschen ist nicht auf rein äußerliche Gründe zurückzuführen, wie z.B. auf eine noch nicht abgeschlossene Entwicklung, auf gesellschaftliche Bedingungen, auf Mangel an Zuwendung, Information oder pädagogischem Geschick, sondern sie ist Teil eines jeden Menschen seit seiner Geburt. Aus diesem Grund kann sie auch nicht durch rein äußerliche Veränderungen wieder verbessert werden. Nicht Menschen oder Schulen können sie letztlich verändern, sondern nur das Eingreifen Gottes allein kann dem Menschen helfen. Eine solche Möglichkeit hat Gott dem Menschen bereitgestellt, indem er seinen Sohn, Jesus Christus gesandt hat, durch dessen Tod die Schuld der Menschen vergeben werden kann. Nur wer dieses Angebot der Versöhnung annimmt, erlebt wirkliche innere Heilung und wird wieder fähig zu echter Gemeinschaft mit Gott und Menschen.

Die Veränderung zum Guten hin ist ein Prozess. Dabei hilft Gott dem Menschen direkt, durch sein Wort und den Heiligen Geist; und durch andere Menschen, die Gottes Wort lehren, die ermahnen und die Liebe und Vergebung vorleben.


4.3.Biblische Ziele und Werte für den Menschen


Der Mensch ist eine Einheit von Leib, Seele, und Geist. Die Vermittlung von Werten, welche grundlegend für ein christlichen Menschenbildes sind, umfasst daher mehrere Dimensionen. Dazu gehört die Beziehung des Menschen zu Gott, die Beziehung zu den Mitmenschen, die Entwicklung eines ehrlichen und realistischen Selbstbildes und die Beziehung zur Schöpfung.


Für alle Menschen und besonders für unsere Schüler gilt: Sie sollen zu reifen Persönlichkeiten mit einem gesunden Charakter heranwachsen, indem sie:


  • Liebe, Annahme und Wertschätzung erfahren und lernen, diese auch an andere weiterzugeben

  • Vertrauen entwickeln; zu Gott, zu anderen und zu sich selbst,

  • gesundes Selbstbewusstsein entwickeln; ihre Begabungen erkennen und diese entwickeln, aber auch ihre Schwächen annehmen und Fehler eingestehen können,

  • grundlegende Werte verinnerlichen, nach denen sie ihr Leben ausrichten können; wie z.B. die Bereitschaft zur Versöhnung, Achtung, Hilfsbereitschaft, etc.,

  • Tugenden wie Ehrlichkeit, Fleiß, Respekt, Ordnung, etc. erlernen,

  • Ordnungen und Grenzen schätzen, in deren Rahmen sie sich sicher bewegen können,

  • einen gesunden Lebensstil entwickeln; dies beinhaltet gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, die Balance von Aktivität und Ruhe, richtiger Umgang mit Emotionen, etc.,

  • ihre geschlechtliche Identität wahrnehmen lernen und so auf ein Leben als Mann oder Frau vorbereitet werden.


Die Schüler sollen Kompetenzen erlernen, die sie auf ein verantwortliches Leben in der Familie, ihrem sozialen Umfeld und unserer Gesellschaft vorbereiten, indem sie:

  • Strategien entwickeln, die ein lebenslanges Lernen unterstützen,

  • ihre persönlichen Fähigkeiten und Begabungen entdecken und erweitern,

  • lernen eigene Standpunkte und Überzeugungen zu entwickeln,

  • lernen mit den modernen Medien verantwortungsvoll umzugehen,

  • sich einen verantwortungsvollen Umgang mit eigenem und fremden Eigentum lernen,

  • die Schöpfung achten, pflegen und sie zum Wohle aller nutzen und bewahren.


Die Schüler sollen die Grundlagen des christlichen Glaubens vermittelt bekommen, indem sie:

  • mit zentralen Inhalten der Bibel vertraut werden,

  • unsere momentane gesellschaftliche Ordnung und Anschauung um die biblische Weltanschauung erweitern,

  • christliche Ausdrucksformen wie Beten, Andacht und Singen christlicher Lieder kennen lernen

  • Feste des Kirchenjahres, Gottesdienste und Andachten feiern und mitgestalten


5.Sonstiges

5.1.Die unabhängige Position der AHFGrundschule


Die AHFGrundschule ist frei, also nicht an eine bestimmte Kirche, Freikirche oder einer gesellschaftlichen Gruppierung gebunden. Das bedeutet, Mitglieder des AHFSchulvereins e.V. und Mitarbeiter gehören unterschiedlichen Kirchen und Freikirchen an. Sie vertreten die Hauptaussagen einer bibelorientierten Theologie, jedoch keine Sonderlehren einzelner Denominationen.


Die AHFGrundschule ist Teil der evangelischen Allianz Leipzigs, Mitglied im Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der sächsischen Schulen in freier Trägerschaft (AGFS).


5.2.Schulorganisatorische Rahmenbedingungen


Die AHFGrundschule ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule. Die konkrete rechtliche Basis auf Landesebene bildet das im Freistaat Sachsen erlassene „Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft“ vom 4. Februar 1992, geändert 01.August 2011, sowie die dazu erschienenen Verwaltungsvorschriften.

Hinsichtlich des Bildungsangebotes, des Bildungsumfanges und der fachlichen Ziele orientieren wir uns an dem sächsischen Lehrplan. Darüber hinaus werden Unterrichtsinhalte unter der Maßgabe unseres christlichen Bekenntnisses vertieft erarbeitet. Langfristiges Ziel ist die Erstellung eines eigenen Curriculum. Wochenstundenzahl und die Zeitrichtwerte der einzelnen Lernbereiche werden eingehalten.

Am Ende der Grundschulzeit erhalten die Schüler die Bildungsempfehlung. Damit steht ihnen ohne weitere Prüfung der Wechsel an eine höhere Schule offen.

Der Träger hat die Absicht in absehbarer Zeit die derzeit ein zügige AHFGrundschule in die Zweizügigkeit zu führen. Ebenso sollen weitere Schulen gegründet werden. Dazu zählen eine Oberschule und in Zukunft ein berufsbildendes Gymnasium.



Schlussbemerkung


Wir haben in Leipzig eine Bekenntnisschule gegründet, weil wir dem christlichen Erziehungsauftrag für unsere Kinder ganzheitlich nachkommen wollen. Wir sind überzeugt, dass die christlichen Werte eine hervorragende Grundlage für gute Bildung sind. Die Schule ist offen für alle , die unser Bekenntnis unterstützen. Sie soll das gesellschaftliche Miteinander bereichern.

Der christliche Glaube beinhaltet an unserer Schule das Angebot sich Jesus Christus anzuvertrauen.

Schüler, Lehrer, Mitarbeiter und Träger bilden innerhalb gesunder Autoritätsstrukturen eine solidarische Gemeinschaft wie in einer großen Familie. Wir sind lebendig, großzügig und optimistisch und zeigen doch konsequent und klar Grenzen, wenn Bedürfnisse zu Lasten von Mitmenschen – Mitschüler, Lehrer, Eltern – befriedigt werden sollen.

In einer anregenden Lernatmosphäre steht die gesamte Entwicklung der Schüler im Zentrum. Bildung geht dabei weit über bloße Wissensvermittlung hinaus. Unserer Schule soll die Schüler lebendig und lebenspraktisch prägen. Eltern spielen dabei eine aktive Rolle und helfen mit, die Schule zu einem fröhlichen Lebensmittelpunkt zu machen.

1 GG Artikel 7, Absatz 5

2 solus Christus: „Allein Jesus Christus“, der wahre Mensch und wahre Gott, schafft durch seine stellvertretende Hingabe am Kreuz ein für allemal die Rechtfertigung und Heiligung des Menschen. Dies ist der tragende Grund der übrigen drei Prinzipien:

- sola gratia: „Allein durch Gnade“ ohne jedes eigene Zutun wird der Mensch von Gott gerechtfertigt.

- sola fide: „Allein durch den Glauben“, die geschenkte (nicht geleistete) Annahme Jesu Christi, kommt unser Heil zustande.

- sola scriptura: „Allein die Heilige Schrift“ ist die Quelle diesen Glaubens an und Wissens von Gott und daher der kritische

Maßstab allen christlichen Redens und Handelns.

3 1. Mose 1, 28

4 1.Korinther 14, 26ff, 1.Petrus 5, 1-6

5 Epheser 6, 1-4; Kolosser 3:19-21

6 Epheser 5, 21ff

7 1.Korinther 14,33

1 Epheser 6, 4

2 5. Mose 6, 4-9